Presseerklärung Nils Budde vom 09.05.2007

Aufhebung der Suspendierung im Dopingverdachtsfall („missed test“) des Ruderers Nils Budde

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachfolgend übersenden wir Ihnen die heutige Presseerklärung unseres Mandanten Nils Budde aus Ratzeburg (Bundeskaderathlet des Deutschen Ruderverbandes (DRV), u.a. WM-Bronzemedaille im Leichtgewichts-Doppelvierer 2004 sowie zahlreiche nationale Titel).

Zur Entwicklung und Einordnung des Verfahrensstandes teilen wir ergänzend folgendes mit:

Gegen Herrn Budde wurde am 24.04.2007 wegen des Verdachts eines Dopingverstoßes aufgrund eines vermeintlich schuldhaften „missed tests“ vom 12.04.2007 ein Dopingverfahren eröffnet. Ferner ist Herr Budde mit Beschluß des Rechtsausschusses des DRV vom 26.04.2007 „mit Wirkung ab 12.04.2007 suspendiert“ worden. Herr Budde sei bei einer Trainingskontrolle unter der in der Datenbank der NADA hinterlegten Adresse nicht angetroffen worden, womit er eine Trainigskontrolle schuldhaft vereitelt habe.

Die Suspendierung wurde unter Berufung auf das Regelwerk des DRV ausgesprochen, obwohl der auch hier maßgebliche NADA-Code für den Fall eines nachgewiesenen und vom Sportler verschuldeten „missed test“ als Sanktion beim Erstverstoß allein eine „öffentliche Verwarnung“ des Athleten vorsieht.Zugleich wurde unserem Mandanten seitens des Rechtsausschuss des DRV angekündigt, dass dieser in seinem Strafmaß auch über die vom Justitiar des DRV beantragte „öffentliche Verwarnung“ hinausgehen, also – selbst bei einem Erstverstoß – eine Wettkampfsperre von bis 12 Monaten gegen unseren Mandanten verhängen könne.

Da aber bei dem Verdacht eines Erstverstoßes gegen Meldepflichten nach Ziff. 6.1. NADA-Code eines Athleten weder eine Suspendierung zulässig war noch im Hauptverfahren als Sanktion eine Wettkampsperre drohen kann, hat sich Herr Budde sodann über uns zum Sachverhalt sowie zur allein zutreffenden Rechtslage eingelassen. Der Rechtssausschuß des DRV wurde ferner von uns dazu aufgefordert, die Suspendierung unter Fristsetzung bis zum gestrigen Tag aufzuheben, andernfalls Herr Budde beim zuständigen Landgericht Hannover den Erlaß einer einstweiligen Verfügung gegen den DRV auf Aufhebung der Suspendierung beantragt hätte.

Daraufhin hat der Rechtsausschuß des DRV am gestrigen späten Nachmittag die rechtswidrig gegen unseren Mandanten verhängte Suspendierung aufgehoben und ferner mitgeteilt, dass der gegen unseren Mandanten gerichtete Tatvorwurf auch nicht mehr weiterverfolgt werde.

Unser Mandant kann sich nun wieder konzentriert auf seine bevorstehende WM-Qualifikation vorbereiten, insbesondere also an der vom Bundestrainer als Überprüfungswettkampf vorgesehenen Hügelregatta am 19./20.05.2007 in Essen teilnehmen, zu der er bis heute (18.00 Uhr) melden mußte.

Herr Budde wird nun zusätzlich feststellen lassen, dass die gegen ihn verhängte Suspendierung, die vom 12.04.2007 bis zum gestrigen Tag angedauert hat, von vornherein unzulässig gewesen ist.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Cherkeh,
Rechtsanwalt

PRESSEERKLÄRUNG

In Anbetracht der nun endlich erfolgten Aufhebung meiner Suspendierung, was kurz nach Einschaltung meiner Anwälte geschah, bin ich überglücklich über das erzielte Ergebnis.

Seit 2001 bin ich Bundeskader im DRV und war für den Verband bereits auf vier Weltmeisterschaften vertreten (u.a. WM-Bronzemedaille im Leichtgewichts-Doppelvierer 2004; zuletzt Bronzemedaille beim Weltcupfinale in Luzern 2006) dazu zahlreiche nationale Titel. In den letzten beiden Jahren stand mein Studium (Sportmanagement an der FH Braunschweig/Wolfenbüttel) im Vordergrund. Die Ruder-WM 2007 im eigenen Land soll der (krönende) Abschluss meiner Karriere als Leistungssportler sein. Ich habe mein Leben – mit meinem derzeitigen zweiten Praxissemester in Ratzeburg – seit Dezember letzten Jahres diesem Ziel komplett untergeordnet und stehe durch gute Trainings- und Wettkampfergebnisse ummittelbar vor der Nominierung für die WM.

Umso mehr war ich geschockt, als mich der Rechtsausschuß des DRV am 26.04.2007 suspendierte (sogar rückwirkend) und mir außerdem ankündigte, dass ich nun wegen der bestehenden Regeln mit einer Wettkampfsperre zu rechnen habe. Dies, obwohl mir doch lediglich ein vermeintlicher Erstverstoß gegen Meldepflichten bei der NADA zu Last gelegt wurde und obwohl doch sogar der Justitiar des DRV den Rechtsausschuß über die allein denkbare und vom Rechtsausschuß zu verhängende Sanktion („Öffentliche Verwarnung“) in seinem Antrag in Kenntnis gesetzt hatte.

Eine Konzentration auf das Training war mir daraufhin bis gestern Abend faktisch nicht mehr möglich.

Ab jetzt kann ich aber endlich wieder mit „freiem Kopf“ trainieren und mich gezielt auf die bevorstehenden Herausforderungen vorbereiten. Meine Anwälte werden nun noch im Nachgang klären, dass die gegen mich ausgesprochene Suspendierung niemals hätte erfolgen dürfen.

Nils Budde
Ratzeburg, 09.05.2007